Eine (kurze) Geschichte der Mandolinen- und Gitarrenvereinigung Kamen-Heeren 1924 e.V.

Nach den Aufzeichnungen aus der Vereinschronik von Herbert Muth und Willy Wirtz zusammengefasst von Markus Lente

Stand: November 2014

1924

Gründungsjahr

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Am 18.01.1924 wird in der Küche der Familie Wiercke ein Verein unter dem Namen „Mandolinen- und Gitarren-Vereinigung Früh Auf Heeren-Werve“ gegründet, noch im gleichen Jahr wird der Verein umbenannt in „Mandolinen- und Gitarren-Vereinigung Heeren-Werve 1924“. Die acht Gründungsmitglieder sind:

  • Otto Böse
  • Johann Biernat
  • Peter Biernat
  • Wilhelm Düpont
  • Fritz Glaubitt
  • Julius Jacka
  • Walter Jacka
  • Emil Wiercke
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1920er-Jahre

Von den Wandervögeln zum Orchester

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Über gezielte Werbung durch private Kontakte und die Veranstaltung von Wanderungen versuchen die Mitglieder neue Mitspieler für den Verein zu gewinnen. 1927 entsteht sogar eine Tischtennis-Abteilung, die sich aber bereits 1928 als eigenständiger Verein abspaltet, da im Verein zwei völlig unterschiedliche und kaum vereinbare Strömungen entstanden sind.
Aus einer Truppe von Wandervögeln wächst ein stattliches Orchester, das auch schon erste Konzert und Mitwirkungen absolviert.
Gegen Ende der 20er-Jahre deutet sich an, was sich in den 30ern dann fortsetzt. Die schlechte wirtschaftliche Lage beeinträchtigt zunehmend den Probenbesuch.

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1930er-Jahre

Arbeit unter Druck

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Der allgemein schlechte Probenbesuch verstärkt sich noch als 1933 die NSDAP die Macht in Deutschland übernimmt. Zwar versucht der Vereinsvorstand in den ersten Jahren noch, den Verein durch Anpassung an die Forderungen am Leben zu erhalten, doch nach Eingliederung in die Organisation „Kraft durch Freude“ 1936 muss schon 1937 der Probenbetrieb mangels Teilnahme ausgesetzt werden. Der Orchesterbetrieb wird offiziell für „ruhend“ erklärt, was er auch bis nach dem Kriegsende 1945 bleibt.

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1940er-Jahre

Der Neubeginn nach dem Krieg

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Bis 1946 findet kein Orchesterbetrieb mehr statt. Am 17.02.1946 erfolgte die Wiederaufnahme des Spielbetriebes. Der Name seit der Gründung 1924 bleibt bestehen.
Der Vorsitzende Emil Homeyer bemüht sich nach Kräften, aus den verbliebenen alten Vereinsmitgliedern, aber auch Neuzugängen eine spielfähige Truppe zu formen. Besonders zu erwähnen ist dabei der Neuzugang des Dortmunders Werner Hübert, der 1948 nach nur zwei Jahren Musikleiter des Orchesters wird. Schon in den ersten Jahren beginnt er Noten zu schreiben, Stücke zu arrangieren oder zu komponieren und Mandolinen zu bauen.
Gegen Ende des Jahrzehnts besteht neben dem Hauptorchester noch ein stattliches Kinder- und Jugendorchester, ebenfalls unter Hüberts Leitung.
Die Zahl der Auftritte pro Jahr wächst.

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1950er-Jahre

Die Ära Hübert beginnt

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Es geht steil aufwärts mit dem Orchester. Sowohl die Zahl der Spieler, als auch die der Auftritte pro Jahr wächst stetig. Außerdem werden Kontakte ins In- und Ausland geknüpft, so entstehen beispielsweise Verbindungen in die DDR (Konzertreise 1955) und in die Niederlande (Pijnacker, Frans Tetteroo).
Werner Hübert versorgt das Orchester mit frischen Noten und selbstgebauten Instrumenten, die wegen ihres charakteristischen harten Klangs unter Kennern allgemein Anerkennung ernten.

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1960er-Jahre

Das musikalische Wirtschaftswunder

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Wie das ganze Land erlebt auch die Mandolinen- und Gitarrenvereinigung ihren ganz persönlichen Aufschwung. Die Kontakte ins Ausland werden weiter intensiviert. Fast jährlich finden Fahrten in die Benelux-Länder statt und 1965 ein zweiter Besuch in der DDR.
Gleichzeitig knüpfen die Vorstandsmitglieder zum Fernsehen, so dass es 1969 auf Schloss Brühl bei Köln zum ersten Auftritt beim ZDF Sonntagskonzert kommt.

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1970er-Jahre

Bekannt im In- und Ausland

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Neben einigen Auslandsreisen, z.B. nach Österreich oder mehrmals in die Niederlande wird die Medienpräsenz des Orchesters noch weiter ausgebaut. Es gibt Auftritte bei Fernsehsendungen von den Unterbacher Seen in Düsseldorf und bei Maria Hellwig in Attendorn, später noch bei einem WDR-Stadtporträt direkt aus Heeren. Im Radio tritt man zusammen mit Heino auf.
Den bisherigen Zuschauerrekord schafft das Orchester bei einer Schwedenreise 1979 als man in Landskrona vor immerhin 7500 Gästen Open Air musiziert.
Schon im Jahr 1973 wurde die erste Schallplatte des Orchesters in einem Studio in Walldorf bei Frankfurt/Main aufgenommen.

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1980er-Jahre

Generationswechsel

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Bereits Ende der 70er hatte es im Orchester Spannungen zwischen dem Musikleiter Werner Hübert und dem Jugendspielkreis unter der Leitung von Meinolf Mamys gegeben. Während der Jugendspielkreis sich als eigenständiges Orchester mit einer eigenen freien Stückauswahl sah, pochte Hübert auf die frühere Struktur, dass der Jugendspielkreis nur eine zusätzliche Trainingseinrichtung der Jugend für das Hauptorchester sei.
Da er mit dieser Meinung zunehmend allein dastand, legte er 1981 sang- und klanglos nach 35 Jahren das Amt des Musikleiters nieder und verließ die Probe auf Nimmerwiedersehen.
Schon nach wenigen Wochen blühte das Orchester unter der Leitung von Meinolf Mamys wieder auf, nachdem der Druck der Querelen von ihm genommen war.
Zum einen konnte Mamys die hohe musikalische Qualität des Orchesters beibehalten, ihm aber zum anderen durch seine Arbeit als Dirigent vor dem Orchester (Hübert hatte die Gruppe über Kopfnicken von seinem Platz als Mandolinist dirigiert) neue Impulse geben, z.B. durch den Einbau anderer „artfremder“ Instrumente in einzelne Stücke.
Eine Neuerung übertrug Meinolf vom Jugendspielkreis auf das Hauptorchester: Man fuhr jährlich ins „Trainingslager“ ins Naturfreundehaus nach Breckerfeld, wo ein ganzes Wochenende lang geprobt wurde.
Als eines der Highlights der 80er-Jahre ist mit Sicherheit die Konzertreise 1988 nach Ungarn zu nennen.
Einen weiteren Bruch gab es leider schon 1981 als der bisherige Chronist des Vereins Herbert Muth recht plötzlich verstarb. Seine Arbeit wurde von Willy Wirtz bravourös fortgesetzt.

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1990er-Jahre

Kontinuität unter neuer Leitung

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Bis Mitte der 90er-Jahre führte Meinolf Mamys das Orchester im gewohnten Stil mit hohem Niveau weiter, bis er aus gesundheitlichen Gründen ausschied und Birgit Kayser das Dirigentenpult übernahm. In diese Zeit fielen eine Reise zum Orchester Wiebelsbach im Odenwald, wo bereits in den 80er-Jahren Kontakte bestanden hatten, regelmäßige Probenwochenenden in Breckerfeld und die CD-Produktion anlässlich des 75. Jubiläums des Vereins.

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2000er-Jahre

Kontakt nach Spanien

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Nach dem Ausstieg von Birgit Kayser übernahm Meinolf Mamys 2001 wieder das Dirigat und konnte so den Probenbesuch und den Zusammenhalt in der Gruppe stabilisieren. Es folgten Reisen nach Leipzig und Kontakte zum Orquestra Pulso y Pua aus Altea, Spanien, welches 2007 Heeren besuchte und mit uns musizierte. 2008 fand dann der Gegenbesuch in Altea statt, wohl einer der Höhepunkte der letzten Jahre.

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2010er-Jahre

Unter professioneller Leitung

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Meinolfs Gesundheit ließ eine weitere Leitung der Proben seinerseits nicht mehr zu, so dass Anfang 2013 mit Thorsten Jaschkowitz erstmals ein studierter Musikprofi die Leitung des Orchesters übernahm. Thorsten stellte sich schnell auf unser Können und unseren Stil ein, so dass für Außenstehende kein hörbarer Unterschied zu vorher entstand. Zum 90. Jubiläum 2014 wurde ein erfolgreiches Konzert im Lutherzentrum mit viel Aufwand mitgeschnitten.

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Chronik

Die Geschichte des Orchesters wurde dankenswerterweise von unserem früheren Mitspieler Herbert Muth in seiner Funktion als Schrift- und Geschäftsführer in den 1970er-Jahren aufgeschrieben. Die immerhin 19 Schreibmaschinenseiten bis 1980 kann man hier als PDF-Datei lesen.

Chronik: Vereinsgeschichte 1924-1980 (von H. Muth)

Nach Herbert Muths plötzlichem Tod übernahm Willy Wirtz die Arbeit des Chronisten und setzte den Text fort.

Chronik: Vereinsgeschichte 1981-1984 (von W. Wirtz)

Gründungsurkunde

Gründungsmitglieder